Seifenschalen gibt es wie Sand am Meer – die meisten sind allerdings eher zweckmäßig als schön. Für einen Laden habe ich deshalb eine moderne Seifenschale entwickelt, die im Badezimmer ein kleiner Hingucker ist und trotzdem genau das tut, was sie soll: die Seife trocken halten. Entworfen habe ich sie von Grund auf neu – keine Vorlage aus dem Netz, sondern eine eigene Konstruktion, gefertigt im 3D-Druck hier in Stuttgart.
Zwei Teile, zwei Farben
Die Seifenschale besteht aus zwei Teilen: der äußeren Schale und dem Einsatz. Beide Teile drucke ich getrennt und verklebe den Einsatz anschließend fest mit der Schale. Das hat zwei Gründe. Zum einen lässt sich so das beste Druckergebnis erzielen – jedes Teil wird für sich gedruckt, statt alles in einem Stück mit Kompromissen zu fertigen. Zum anderen wirkt die Schale zweifarbig einfach besser: Der Kontrast zwischen Rahmen und Einsatz macht aus einem Alltagsgegenstand ein Designobjekt.
Die Farben von Schale und Einsatz lassen sich unabhängig voneinander wählen – ob dezent Ton in Ton, harmonisch oder mit kräftigem Kontrast wie Blau und Orange.
Schlitze oder Waben
Den Einsatz gibt es in zwei Varianten. Die klassische Version hat mehrere längliche Ablauföffnungen: Die Seife liegt erhöht, das Wasser läuft darunter ab. Die zweite Variante trägt ein Wabenmuster – und hinter dieser Variante steckt eine kleine Tüftelei.
Die Idee mit dem Infill – und warum Gyroid rausgeflogen ist
Beim 3D-Druck ist ein Bauteil innen normalerweise nicht massiv, sondern mit einer Füllstruktur versehen, dem sogenannten Infill. Oben und unten schließen geschlossene Schichten das Teil ab. Meine Überlegung: Was, wenn man diese oberen und unteren Schichten beim Einsatz einfach weglässt? Dann wird die Füllstruktur selbst zum sichtbaren Muster – und ersetzt die Schlitze.
Getestet habe ich dafür unter anderem das Gyroid-Muster, eine organisch geschwungene Struktur, und das Honeycomb-Muster in Wabenform. Gyroid sieht spannend aus, hat aber leider nicht die gewünschte Stabilität. Dazu kommt ein ganz praktisches Problem: In den verschlungenen Hohlräumen würden sich Seifenreste sammeln – für eine Seifenschale ein K.-o.-Kriterium. Die Waben dagegen sind stabil und bleiben offen, deshalb hat es genau diese Variante in die Serie geschafft.
Designed and made in Stuttgart
Für den Laden bekommt jede Seifenschale einen eigenen Anhänger mit Logo, QR-Code und dem Schriftzug „Designed and made in Stuttgart“. So war am Ende ein ganzer Karton voller bunter Seifenschalen bereit für die Auslieferung.
Die Seifenschale im Shop
Wer die Seifenschale selbst haben möchte: Die moderne Seifenschale ist im Shop erhältlich – mit frei wählbaren Farben für Schale und Einsatz und dem Einsatz wahlweise mit Schlitzen oder Waben.
Und wer für den eigenen Laden oder das eigene Sortiment ein Produkt sucht, das es so noch nicht gibt: Über die 3D-Druck-Sonderanfertigungen entwickle ich es von der Idee bis zur fertigen Serie.



